Ein Tisch mit persönlicher Bedeutung
Der Tisch trägt den Namen „Michael“ – benannt nach Laurin Walsers Vater, der ihn maßgeblich zu seiner Berufswahl inspiriert hat. Damit steht das Gesellenstück nicht nur für den erfolgreichen Abschluss seiner Ausbildung, sondern auch für seine persönliche Verbindung zum Tischlerhandwerk.
Gestalterisch folgt der Tisch einem bewusst reduzierten und symmetrischen Aufbau. Die Funktionen fügen sich zurückhaltend in die Konstruktion ein: An einer Stirnseite befindet sich ein klassisch gezinkter Schubkasten, während sich die Tischfläche auf der gegenüberliegenden Seite durch eine integrierte Verlängerung erweitern lässt.
Als Hauptmaterial wählte Laurin Tannenholz. Entstanden ist ein eigenständiges Möbelstück, bei dem Gestaltung, handwerkliche Details und praktische Nutzung konsequent zusammenspielen.
Von der Holzauswahl zur Tischplatte
Für Tischplatte und Gestell wählte Laurin massives Tannenholz. Zu Beginn wurden die einzelnen Bretter nach Maserung und Farbton ausgewählt und so ausgerichtet, dass ein möglichst ruhiges und gleichmäßiges Gesamtbild entsteht.
Anschließend wurden die vorbereiteten Bretter zur Tischplatte verleimt. Gleichmäßig gesetzte Schraubzwingen sorgten dabei für geschlossene Leimfugen und eine stabile Verbindung. Nach dem Aushärten konnte die Platte weiter bearbeitet und auf ihr endgültiges Maß gebracht werden.
Pöttker Gratleisten in die Tischplatte einarbeiten
Bei einer massiven Tischplatte ist eine konstruktive Stabilisierung besonders wichtig. Laurin setzte dafür Pöttker Gratleisten in die Unterseite der Tischplatte ein. Sie stabilisieren die Fläche und wirken einem Verziehen des Holzes entgegen.
Zunächst wurden Position und Verlauf der Gratleisten genau festgelegt. Anschließend fräste Laurin die passenden Nuten mit einem auf das System abgestimmten Fräser. Nach der Kontrolle konnten die Gratleisten bündig in die vorbereiteten Nuten eingesetzt werden.
Beine und Tischgestell fertigen
Die Tischbeine und Zargen wurden ebenfalls aus Tannenholz gefertigt. Die nach unten schmaler werdenden Beine geben dem Tisch eine leichte und zurückhaltende Erscheinung, während der umlaufende Rahmen für die notwendige Stabilität sorgt.
Nach der Bearbeitung der einzelnen Verbindungen wurden die Bauteile exakt ausgerichtet und miteinander verleimt. Schraubzwingen hielten Beine und Zargen während des Aushärtens in Position. So entstand ein stabiles Tischgestell als Grundlage für die weitere Montage.
Schubkasten und Tischverlängerung integrieren
An einer Tischseite integrierte Laurin einen klassisch gezinkten Schubkasten. Die handwerklich ausgeführten Eckverbindungen sorgen für Stabilität und werden beim Öffnen als gestalterisches Detail sichtbar. Im geschlossenen Zustand fügt sich die Schubkastenfront nahezu unauffällig in die Tischzarge ein.
Auf der gegenüberliegenden Tischseite befindet sich die integrierte Tischverlängerung. Die ausziehbare Holzkonstruktion bildet eine sichere Auflage für die zusätzliche Tischplatte. Beide Funktionen wurden so in das Gestell eingebunden, dass die klare Gestaltung des Tisches erhalten bleibt.
Laurin entwickelte die Verlängerung passend zur Konstruktion seines Tisches selbst. Für andere Tischprojekte bietet form32 verschiedene Tischauszug-Beschläge und Klappmechaniken, mit denen sich ausziehbare oder klappbare Verlängerungslösungen umsetzen lassen.
Schleifen und Oberflächenbehandlung
Nach der Fertigung und Funktionsprüfung wurden die einzelnen Bauteile sorgfältig geschliffen. Dabei galt es, Bearbeitungsspuren zu entfernen, die Übergänge anzugleichen und die Kanten sauber auszuarbeiten.
Die anschließende Oberflächenbehandlung schützt das Tannenholz und hebt gleichzeitig seine helle Farbe sowie die feine Maserung hervor. Danach waren Tischplatte, Gestell und Einbauten für die abschließende Montage vorbereitet.
Reduzierte Gestaltung mit verborgenen Funktionen
Beim fertigen Tisch ordnen sich die technischen Funktionen bewusst der Gestaltung unter. Sowohl der Schubkasten als auch die Tischverlängerung bleiben im geschlossenen Zustand nahezu unsichtbar. Die schlanken Beine und die klare Linienführung verleihen dem Tisch eine leichte und ausgewogene Erscheinung.
Erst bei der Benutzung werden die verborgenen Funktionen sichtbar: Der Schubkasten schafft zusätzlichen Stauraum, während sich die Tischfläche bei Bedarf durch die integrierte Verlängerung erweitern lässt. So verbindet das Gesellenstück traditionelle Holzverbindungen mit einer durchdachten und alltagstauglichen Konstruktion.
Laurins Erfahrung mit form32
Für die Stabilisierung der massiven Tischplatte verwendete Laurin 16-mm-V-Gratleisten von form32. Den passenden Fräser für die Handoberfräse konnten wir ihm für die Verarbeitung zur Verfügung stellen.
Die Zusammenarbeit mit form32 im Rahmen meines Gesellenstücks war durchweg positiv. Die 16-mm-V-Gratleisten überzeugten mich durch ihre hohe Qualität und saubere Verarbeitung. Auch der Fräser ließ sich sehr gut handhaben und ermöglichte ein präzises Ergebnis. Besonders als Auszubildender war ich für das preisliche Entgegenkommen sehr dankbar. Qualität, Lieferzeit und Kommunikation haben mich rundum überzeugt.
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